Le Mans: Die Legende im Motorsport

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Wenn man von „Le Mans“ spricht, dann wissen Automobil-Enthusiasten gleich, wovon die Rede ist. Die Rede ist vom 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Kenner wissen auch, dass man es nicht „Liiii Mäns“ ausspricht, sondern bitte schön französisch: „Lööö Mooooo“. Was genau das 24 Stunden Rennen von Le Mans ist, wo genau es stattfindet und was das Besondere an ihm ist, erklären wir hier.

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans wird in der Nähe der französischen Stadt La Mans vom Automobile Clube de l`Ouest veranstaltet. Es handelts ich hierbei um ein Langstreckenrennen für Sportwagen. Seit 1923 wird das Rennen auf dem Circuit des 24 Heures ausgetragen. Die Abschnitte, südlich der Stadt, werden ansonsten als Landstraßen genutzt.

Besonderheiten

Die ursprüngliche Strecke war 17,3 km lang und ging tief in die Innenstadt von Le Mans hinein. 1932 wurde sie auf die noch aktuellen 13,5 km gekürzt. In die Geschichte ging das Rennen von 1955 ein. In diesem Jahr kam es bei den 24h du Mans zur größten Katastrophe des Fahrsports. Ein Teilnehmer hatte einen tödlichen Unfall und weitere 84 Menschen kamen ums Leben.

Die Katastrophe von 1955

Der Franzose Pierre Levegh krachte mit seinem Mercedes-Benz nach einer Kollision in die Zuschauertribüne und einige Teile des Wagens flogen durch die Luft und erwischten die Zuschauer. Bei dem Unfall starb der Fahrer selbst und riss 84 weitere Opfer mit in den Tod. Der Auslöser der Kollision war Mike Hawthorn, der seinen Kollegen Lance Macklins links überholen wollte. Dann zog er plötzlich nach rechts und bremste stark, um noch schnell einen Boxenstopp zu machen. Lance Macklin musste zur linken Seite ausweichen, wo Pierre Levegh mit Höchstgeschwindigkeit heran raste. Das schnelle Tempo konnt er nicht mehr zeitnah bremsen und krachte gegen die Zuschauertribüne. Mike Hawthorn und sein Jaguar gewannen das historische Rennen.

Irrtümer nach dem Rennen

Bis heute wird immer mal wieder behauptet, dass das Rennen und die sich ereignete Katastrophe der Grund waren, warum sich Mercedes-Benz zunächst komplett aus dem Motorsport zurückgezogen hatte. Die Wahrheit ist jedoch, dass Mercedes sich nach dem Ende der Rennsaison von 1955 mehr auf die Serienentwicklung konzentrieren wollte. Das hatte der Vorstand bereits lange vor dem Unfall beschlossen. Doch bereits Ende des Jahres erschien Mercedes wieder und gewann mit den Fahrern Juan Manuel Fangio, Stirling Moss und Peter Collins die Formel-1-Weltmeisterschaft, die Sportwagen-WM und die Tourenwagen-EM.

Rennserien

Seit 2012 ist das 24-Stunden-Rennen von Le Mans Teil der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft. Bereits 1953 war das Rennen Teil der Fia-Sportwagen-Weltmeisterschaft und entwickelte sich immer mehr zum Höhepunkt der Saison. 1992 wurde die Weltmeisterschaft eingestellt und es fehlte eine begleitende fortführende Serie. Die Folge davon war, dass die Fahrzeuge, die alle nach dem Le-Mans-Reglement aufgebaut waren, das Rennen nur einmal im Jahr austragen konnten. Dies änderte sich erst 1999, als die American Le Mans Series gegründet wurden. Als sich diese erfolgreich entwickelten, versuchte Don Panoz, durch welchen die American Le Mans Series erst ermöglicht wurden, 2001 ein europäisches Pendant auf die Beine zu stellen. Der Versuch scheiterte und erst 2004 startete der französische Automobile ACO den neuen Versuch und es wurden die Le Mans Series gegründet.

Geschichte des Rennens

Die 24 Stunden des Rennens wurden als Langstreckenrennen angelegt. Hierbei sollten die Automobilhersteller den Entwicklungsstand ihrer Fahrzeuge unter Beweis stellen. Zunächst durften auch nuhr die Fahrer selbst eine Reparatur an ihrem Auto vornehmen. Das änderte sich später allerdings. Dann war es erlaubt Reparaturen auch mit der Hilfe von Mechanikern durchzuführen. Dafür mussten die Autos jedoch die Boxen ohne fremde Hilfe auch erreichen. Das Ziel des Rennens war es immer so viele Runden, wie es geht zu fahren und das innerhalb von 24 Stunden. Am Ende muss die Zielgerade auch überquert werden.

Das Rennen aus heutiger Sicht

Das Rennen findet traditionell jedes Jahr statt und zwar am zweiten Juniwochenende am Stadtrand von Le Mans. Der Startbeginn ist um 16 Uhr. Einige Rennen fanden auch früher oder später statt, um Terminkollisionen zu vermeiden. Die Strecke Circuit des 24 Heures ist 13.880 m lang und besteht hauptsächlich aus befahrbaren Landstraßen. Bekannt ist das Rennen zudem für seine lange Gerade, die den Namen „Ligne Droite des Hunaudières“ trägt. Sie ist fast fünf Kilometer lang. 1990 wurden auf ihr auch Höchstgeschwindihǵkeiten von 400 km/h erreicht. Daraufhin wurden aus Sicherheitsgründen zwei Schikanen eingebaut, die die Geschwindigkeit von höchstens 340 km/h erlauben. Als Auslöser gilt der Unfall vom 1. Juni 1986. Der Österreicher Jo Gartner verunglückte tödlich. Aufgrund einer gebrochenen Hinterradaufhängung kam sein Porsche mit über 33 km/h von der Strecke ab.

Fazit: Das Rennen von 1955 wird für immer unvergessen bleiben, denn viele Menschen musste hier ihr Leben lassen. Auch andere Unfälle ereigneten sich und das werden sicher nicht die letzten gewesen sein. Trotzdem übt das Rennen bis heute eine große Faszination auf viele Rennfans aus und es ist kaum denkbar, dass diese in den nächsten Jahren abnehmen wird.

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