GT Gran Turismo Grand Touring Grand Tourisme: Was bedeutet es?

GT Gran Turismo Grand Touring Grand Tourisme: Was bedeutet es?
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GT Gran Turismo Grand Touring Grand Tourisme: Es steht auf soooo vielen Fahrzeugen. Manchmal weiß man eventuell, dass “GT” die Abkürzung von “Gran Tursimo” ist, aber was es damit genau auf sich hat und was sich dahinter verbirgt und wo es herkommt, wissen dann doch nicht so viele. Wir klären auf!

Gran Turismo heißt es auf italienisch, in englisch sagt man “Grand Touring” und in französisch “Grand Tourisme”, abgekürzt aber immer “GT” eigentlich und wenn man es frei frei übersetzt, bedeutet der Begriff so viel wie “große Tour” oder „große Fahrt“. Womit eigentlich der Verwendungszweck der ursprünglichen GT bezeichnet wurde oder auch wird: Komfortabel und gut motorisierter Sportwagen, um längere Strecken zurückzulegen oder im Rennsport eben geeignet für Langstreckenrennen.

Ursprung der GT-Fahrzeuge

GT-Fahrzeuge, zumindest im ursprünglichen Sinn, unterschieden sich also von den spartanischeren und reinen Sportwagen, die eben oftmals laut und unbequem waren / sind, durch mehr Komfort, einen größeren Innenraum und eine höhere Tauglichkeit, mit ihnen lange Strecken absolvieren bzw. auf langen Strecken bequem reisen zu können. Sie sind leiser vom Motoren- und Auspuffsound her. Die Motoren sind kultivierter und haben mehr Elastizität in den einzelnen Gängen und von der Motorendrehzahl.

GT-Fahrzeuge wurden in Langstreckenrennen mit einem „Schmiermaxe“, also einem Co-Piloten bzw. Beifahrer eingesetzt, vor allem bei den italienischen Rennsport Klassikern “Targa Florio” und “Mille Miglia”; hier wurde zwischen 1927 und 1957 auf öffentlichen Straßen ca. 1600 Kilometer quer durch Italien gefahren; vergleichbar mit der “Carrera Panamericana” in Mexiko.

Auf geschlossenen Rennstrecken verzichtete man dann alsbald auf den Co-Piloten als Beifahrer, da er als Mechaniker oder Navigator dort sogut wie keine Tätigkeit mehr hatte und kaum sinnvoll war und nur unnötig Gewicht mit im Fahrzeug war. Typische Rennen von GT-Fahrzeugen waren (oder sind es noch) die 24-Stunden-Rennen in Le Mans (Frankreich), Daytona (USA) oder auf dem Nürburgring (Deutschland), sowie bei den 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring, in Monza oder im belgischen Spa-Francorchamps.

Eigentlich der Inbegriff reinrassiger GT-Fahrzeuge wurden nach dem zweiten Weltkrieg die Modelle von Ferrari der 50er-, 60er- und 70er-Jahre, die auch alle das “GT” in den Typenbezeichnungen führten, wie der 250 GT, der 250 GTO oder der 365 GTB. Auch einige Modelle von Lancia, wie der Aurelia oder die Fulvia und einige Modelle von Alfa Romeo und Maserati wurden so be- bzw. genannt. Zeitweise dominierten in Le Mans die britischen Bentley-Modelle; später wurden typische GT-Fahrzeuge auch von Aston Martin oder Jaguar gebaut.

Mercedes hatte bereits Ende der 1920er-Jahren mit dem SSK einen GT ihrer Luxuslimousinen herausgebracht. Nach dem zweiten Weltkrieg bauten die Stuttgarter dann 1952 den größten verfügbaren Motor, den Sechszylinder aus der 300er-Limousine, in einen recht leichten und sehr aerodynamischen Sportwagen, wodurch man die stärker motorisierte und somit dominierende Konkurrenz zumindest auf sehr langen Strecken schlagen konnte: Die Rede ist vom 300 SL Flügeltürer.

GT Gran Turismo Grand Touring Grand Tourisme
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Heute wird der Begriff “GT” auch verwendet, wenn Großserienhersteller gut motorisierte Limousinen gewichtsreduzieren und so erleichtern bzw. kürzen und als Coupé (egal ob viertürig oder zweitürig auf den Markt bringen; oder wenn leichte Fahrzeuge mit der Technik größerer Baureihen ausgerüstet werden.

Reglementierung durch die FIA

Speziell für den Rennsport legte die FIA spezielle Regeln fest, denen echte GT-Fahrzeuge z. B. von Anfang bis Mitte der 60er-Jahre zu entsprechen hatten. Speziell war für echte GT-Fahrzeuge Folgendes vorgeschrieben:

  • offene oder geschlossene Karosserie mit zwei Türen und mindestens zwei gleich großen nebeneinander angeordneten Sitzen, Innenbreite mindestens 110 cm, Kotflügel organisch mit der Karosserie verbunden,
  • Kofferraum (ohne Reserverad) mindestens 65 × 40 × 20 cm,
  • Windschutzscheibe aus Schichtglas von mindestens 90 × 25 cm (Höhe zwischen Sitzpolster und oberem Scheibenrand mindestens 85 cm), Rückfenster mindestens 60 × 10 cm; Seitenfenster aus Sicherheitsglas oder festem Plastik, Rückspiegel 100 cm²,
  • gleich große Felgen und ein fertig montiertes Reserverad im Wagen.

GT-Rennfahrzeuge mussten auch straßenzulassungsfähige Autos sein, die in einer im Reglement festgelegten Mindestanzahl hergestellt werden mussten. Im Jahr 1965 galt beispielsweise eine Herstellungszahl von mindestens 100 Stück seit Serienbeginn als vorgeschrieben. Später waren gar 1.000 oder auch 500 Stück vorgeschrieben.

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Bezeichnung GT auf Fahrzeugen

Die Begriffe GT oder auch GTI bzw. GTC, GTS und GTR werden oft für meist sportliche Fahrzeuge einer bestimmten Fahrzeugklasse bei mehreren Modellreihen verwendet, wie beim Porsche 928 GTS, dem VW Golf GTI oder dem Opel GT. Auch beim Ford Mustang GT, dem Bentley Continental GT oder dem BMW 3er Gran Turismo. Viele Fahrzeuge, die heute das Kürzel GT tragen, haben mit einem echten Gran Turismo im ursprünglichen Sinne wenig gemein, sollen aber dennoch die Sportlichkeit und Leistung unterstreichen bzw. hervorheben.

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