Autos ein zweites Leben eingehaucht

Die Front des Land Rover dient nun als Hausbar | Foto: Martin Schlund automoebeldesign.de

Viele Autos sieht man mittlerweile gar nicht mehr auf unseren Straßen, einige sieht man mal bei Oldtimertreffen oder in Museen. Viele sind aber einfach verschwunden. Schade. Für Menschen mit automobiler Leidenschaft traurig, für andere ganz normal. Martin Schlund tut aber seit 15 Jahren etwas, was Automobilliebhabern gefällt: Er haucht Fahrzeugen ein zweites Leben ein; zwar nicht zum Gebrauch auf der Straße, sondern als Möbelstück in den eigenen vier Wänden. Und das, was er uns da gezeigt hat, kann sich wirklich sehen lassen.

Ein Cadillac-Heck, das nun als Sofa dient. Foto: Martin Schlund automoebeldesign.de

Wie gesagt: Seit fast 15 Jahren baut Schlund, der zuvor in der Fitness-Branche tätig war, nun diese besondern Möbel aus alten Automobilen. Was zunächst eher “nebenbei” gemacht wurde, wuchs mit der Zeit zu einem eigenen Business. “Der Markt war nicht sehr groß, mein Hauptgeld hab ich als Fitnesskurstrainer verdient” so Schlund und ergänzt “nach knapp 3 Jahren kam das V8 Hotel / Motorworld auf mich zu und bestellte eine automobile Inneneinrichtung für 6 Themenzimmer. Ab da wurde es kontinuierlich mehr.

Die Möbel baut er immer nach Kundenwunsch. Der Kunde wählt das Auto, das Möbelstück, die Ausgestaltung, die Farben und die Materialien, also schlichtweg alles. Bei Privatkunden steht in aller Regel eine Emotion und / oder Erinnerung hinter der Idee sich aus einem Auto ein Möbel bauen zu lassen; zum Beispiel das erste Auto, Papas Auto, das Hochzeitsauto, etc. So müssen Automobilliebhaber mit emotionaler Bindung zu ihrem “Heiligs Blechle” nicht unbedingt Abschied nehmen, sondern können es als Design-Piece in ihr Interieur-Design integrieren. Man sollte ja sowieso ein IT-Piece in der Wohnung haben, um das herum man dann seine Zimmereirichtung vornimmt; das raten zumindest einzelne Interieur Designer.

Selbst aus recht jungen Fahrzeugen baut Martin Schlund automobile Einrichtungsgegenstände, wie hier das Sofa aus einem Porsche Boxster. Foto: Martin Schlund automoebeldesign.de

Aber in der Tat ist es so, lässt man allein nur die Bilder auf sich wirken, dass die einzelnen Möbelstücke (eine) Geschichte(n) erzählen. Und wenn das Teil dann noch beim Autobesitzer selber steht, umso mehr wohl. Doch nicht nur in Privateinrichtungen auch in gewerblichen Einrichtungen, wie in Exklusiv-Car-Boutiquen, Diners, Automobilmuseen oder im Büro von Werkstätten etc. setzen sich die Möbel wunderbar in Szene und unterstreichen die emotionale Leidenschaft zum Automobil und zeigen, dass auch Dinge eine Seele haben können.

Das Verrückteste, was Schlund an Automöbeln gebaut hat, war für ihn eine Talk-Show-Sitzgruppe für eines der AIDA-Schiffe. Ein VW Käfer, selbstfahrend wenn zusammen, und auseinandernehmbar zur Sitzgruppe. Das emotional schönste Möbelstück war ein Käfersessel aus einem Käfer, in dem die die Kundin geboren wurde.

Die Front des wunderschönen Mercedes W108 / W109 dient nun als Schreibtisch. Besonders chices Detail: Die Weißwandreifen. Foto: Martin Schlund automoebeldesign.de

Hat ein potenzieller Kunde Interesse an Automöbeln aus der Manufaktur von Martin Schlund, so bietet er in der Regel einen Fullservice und kümmert sich von der Planung über Teilebeschaffung und Lieferung bis hin zum Aufbau um alles. Es gäbe aber auch Kunden, die mit Ihrem Alteisen auf den Hof fahren.

Eine richtige Bar für einen richtigen Autofan. Der VW Bulli als Thekenbar. Foto: Martin Schlund automoebeldesign.de

Schwerpunkt ist Deutschland, sowie Österreich, Schweiz, Luxembourg und Frankreich. Aber auch nach England, Polen und Italien hat er seine automobilen Einrichtungsgegenstände schon geliefert. Einzelne Möbel stehn sogar in Abu Dahbi und Melbourn.

Uns gefallen die Pieces von Martin Schlund richtig gut. Ein Highlight für uns auch die Illumination, vor allem über die originalen Scheinwerfer und Fahrzeugleuchten, die für einen Wow- und Aha!-Effekt sorgen. Und wenn man sich fragt, ob sowas in der Wohnung zuhause Platz findet: Wir kennen Menschen, die sich ihre Harley über den Winter ins Wohnzimmer stellen. Und wer sich noch an die US-Serie VEGA$ aus den 70ern erinnern kann, der weiß auch, dass Robert Urich in seiner Rolle als Detektiv Dan Tanna seinen roten 1957er Ford Thunderbird direkt in seiner Wohnung neben seinem Sofa abstellte.

 

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